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DIE LINKE Kreisverband Duisburg    

Gravelottestr. 28, 47053 Duisburg

Tel.: 02 03 / 98 52 41 99
Fax: 02 03 / 930 86 94

E-Mail: kreisverband(at)dielinke-du.de

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Montags    13:00 - 17:00 Uhr
Mittwochs  14:00 - 17:00 Uhr
oder nach Vereinbarung


Sozialberatung für Erwerbslose und Arbeitnehmer/Hilfe für Hartz IV-Betroffene :

DIE LINKE Kreisverband Duisburg:

Neu: Ab 29.1.2014, jeden Mittwoch von 10-13 Uhr, Parteibüro DIE LINKE.

Gravelottestr. 28, 47053 Duisburg

Hotline: 0177/26 86 512

Bitte bringen Sie die kompletten Unterlagen mit

Sozialberatung E.h.E. e.V.:
(Erwerbslose helfen Erwerbslosen e.V.)

Jeden Donnerstag von 14 - 17 Uhr, Flurstr. 31, 47057 Duisburg
Bei Solidarität International (S.I.) klingeln
Bitte bringen Sie Ihre kompletten Unterlagen mit.

 
4. Juli 2015

Besuch in Thessaloniki

Sigrid Kumpe-Rook und Joachim Fischer besuchten in der letzten Maiwoche die griechische Stadt Thessaloniki und waren erschüttert über die sozialen Verwerfungen und katastrophalen Zustände die sie vor Ort vorgefunden haben.

Hier der Bericht von Sigrid Kumpe-Rook:





„Ich bin seit einigen Tagen von einer Delegationsreise aus Thessaloniki zurück, doch  es fällt mir schwer,  so richtig hier anzukommen. Von morgens bis abends bin ich wieder der Berieslung der Meinungsmacher ausgesetzt, die mir zu vermitteln versuchen, dass die jetzige neue Syriza Regierung das Problem bei der griechischen Misere sei. „

 

Wir* haben in Deutschland Medikamente eingekauft und in Kliniken abgeben, in denen Kranke unentgeltlich von ÄrztInnen, die ihre Freizeit opfern, versorgt werden. 70% der Griechen sind nicht gesundheitsversichert.  Das Wort, das ich von den vielen GesprächspartnerInnen** am häufigsten gehört habe, war: ÜBERLEBEN („Wir versuchen hier zu überleben“) und nicht „we try to live“. Wir sind einem Land begegnet, das voller Elan und Tatendrang ist, die Missstände der vergangenen Regierungen endlich zu beseitigen. Niemand als die Griechen selbst wünschen sich Reformen im eigentlichen Sinn des Wortes. Wir haben niemanden getroffen, der die Situation schönredet. Die die noch können, wären bereit, weitere tiefe Einschnitte hinzunehmen.

 

Sie wollen von anderen lernen, doch sie wollen sich nicht die Systeme der anderen europäischen Staaten überstülpen lassen.

Vor diesen Erfahrungen mutete für mich die Information des deutschen Generalkonsuls, dass ausgerechnet Deutschland von der EU die Aufgabe übernommen hat, den Griechen das deutsche Gesundheitswesen zu bringen, zynisch an: ein Gesundheitswesen mit Privatisierung von Krankenhäusern, mit Fallpauschalen und IGEL Leistungen. Helios und Sana Kliniken als Wirtschaftsmodell für die Griechen. So etwas kann sich nur jemand ausdenken, der privat versichert ist.

 

Die Griechen, die wir getroffen haben, respektieren die Deutschen, erkennen aber sehr genau, was sie von einer Austeritätspolitik einer deutschen Regierung mit Frau Merkel und Herrn Schäuble zu erwarten haben: Lediglich Solidarität mit dem Kapital zur Rettung der Banken, die sich verzockt haben, wie Goldman Sachs und Deutsche Bank und der deutschen Wirtschaft, mit den Mitteln des Auspressens des Großteils der Bevölkerung. Null Solidarität mit denen, die nichts mehr haben als ihr Leben - aber auch nur solange sie sich auf den Unterhalt durch die eigene Familie verlassen können.

 

Die Menschen, die wir getroffen haben**, haben uns immer wieder gebeten zwei Dinge in Deutschland zu vermitteln: erstens, dass sie Zeit zum Atmen und Zeit für IHRE Reformen brauchen und dass man zweitens - ihre Würde, das heißt  ihre Kultur, respektieren möge.

Bei den Menschen, die wir trafen, ist es sehr gut aufgenommen worden, dass Deutsche gekommen sind, um sich selbst über die Lage im Land zu informieren, anstatt ihnen fertige Lösungen zu verkünden. Und ich denke nicht, dass unsere Reisegruppe (überwiegend VertreterInnen der evangelische Kirche) oder unsere GesprächspartnerInnen** im Verdacht stehen, radikale Ideen zu verbreiten.

S. Kumpe-Rook

 

*unsere Reisegruppe bestand aus 16 TN - überwiegend VertreterInnen der evangelische Kirche

**Unsere GesprächspartnerInnen waren u.a. VertreterInnen der Heinrich Böllstiftung (die den Kontakt zu Initiativen wie Flüchtlingshilfsorganisationen, Ärzten, genossenschaftliche Projekte für uns hergestellt haben), VertreterInnen von Europe Direkt, der Deutsch Griechischen IHK und der Deutsch Griechischen Wirtschaftsvereinigung, Arbeiter einer selbstverwaltenden Fabrik, die evangelische Gemeinde, die Cepefop - eine europäische Behörde-, der stellvertretende Bürgermeister von Thessaloniki, der deutsche Generalkonsul und zwei Vertretern der Syriza Partei)



von rechts nach links: Joachim Fischer,
Aleka Krassopulou,

Nikos Pavlidis