Abschiebung eines suizidgefährdeten Menschen: Menschlichkeit darf nicht an der Bürokratie scheitern!
Die Linke Ratsfraktion Duisburg zeigt sich entsetzt über den Fall eines 31-jährigen, psychisch schwer erkrankten Mannes aus dem Irak, der trotz akuter Suizidgefahr und laufender psychiatrischer Behandlung am Freitag in Abschiebehaft genommen wurde und möglicherweise bereits heute in den Irak abgeschoben werden soll.
Barbara Laakmann, Fraktionsvorsitzende der Ratsfraktion Die Linke Duisburg, erklärt: „Statt medizinische Notfälle zu ignorieren, müssen wir sicherstellen, dass erkrankte Menschen den Schutz und die Behandlung erhalten, die sie dringend benötigen. Insbesondere Abschiebungen in solchen Situationen sind ein Angriff auf die Menschenwürde und dürfen nicht toleriert werden.“
Mirze Edis, Bundestagsabgeordneter aus Duisburg ergänzt: „Dieser Fall zeigt, wie die Stadt Duisburg und die zuständigen Behörden mit dem Leben von Geflüchteten spielen. Es ist unfassbar, dass medizinische Gutachten ignoriert und stattdessen gezielt nach Gutachten gesucht wird, die eine Abschiebung ermöglichen sollen. Wir fordern die sofortige Freilassung des Betroffenen und eine unabhängige Untersuchung der Vorgänge. Abschiebungen in Krisenregionen wie den Irak sind ohnehin unzumutbar – erst recht, wenn das Leben der Betroffenen akut gefährdet ist. Außerdem muss die Zusammenarbeit der Stadt Duisburg mit externen Gutachtern wie der Düsseldorfer Firma d.med works GmbH. überprüft werden.“
Hintergrund: Der 31-Jährige befand sich seit Ende Oktober 2025 in stationärer psychiatrischer Behandlung im Evangelischen Klinikum Niederrhein in Oberhausen. Trotz seiner akuten Suizidgefahr wurde er am Freitag, den 6. Februar 2026, während eines Termins in der Duisburger Ausländerbehörde festgenommen und in Abschiebehaft gebracht. Das Amtsgericht Duisburg ordnete Ausreisegewahrsam bis Montag an. Eine Abschiebung in den Irak ist für diesen Montag geplant.
Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Katharina Krahé (Fraktionsreferentin) unter der Nummer 0203 / 9 30 86 92 oder per Mail an katharina.krahe@linksfraktion-duisburg.de
