Vollsperrung der Karl-Lehr-Brücke bringt Chaos: Stadt Duisburg unvorbereitet, Alternativen fehlen

Ab Freitag, den 17. April, wird die Karl-Lehr-Brücke voll gesperrt – und damit droht ein verkehrspolitisches Chaos mit Ansage. Die Linke Ratsfraktion Duisburg warnt vor erheblichen Problemen für Autofahrer:innen, Radfahrer:innen, Fußgänger:innen und den ÖPNV

Besonders betroffen: Schulkinder, die täglich zwischen Kaßlerfeld und Ruhrort pendeln. Doch die Stadt hat keine Antworten, keine Alternativen und keine Vorbereitung auf mögliche Verzögerungen.

Verwaltung schweigt – Linke wartet vergeblich auf Lösungen
Bereits Mitte März hatte die Linke im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr eine Anfrage gestellt, um umfassende Informationen zu Umleitungen und Ersatzverkehr zu erhalten und konkrete Maßnahmen zur Entlastung für Radfahrer:innen und ÖPNV vorgeschlagen. Doch vergeblich: Vier Tage vor Beginn der Sperrung fehlt es an Plänen. „Statt Lösungen zu präsentieren, wird sich noch immer mit den Beteiligten ‚abgestimmt‘ – und das kurz vor der Sperrung!“ sagt Barbara Laakmann, Fraktionsvorsitzende der Linken.

Keine Erleichterungen für Radverkehr und Schüler:innen
Laut Planungsdezernent Martin Linne gibt es für Radfahrer:innen und Fußgänger:innen keine Alternative zur 10 Kilometer langen Umleitung. Eine provisorische Anbindung an die neue Brücke? Ausgeschlossen. Anderweitiger kostenloser Transfer oder Fahrradmitnahme im ÖPNV? Nicht vorgesehen. Selbst eine dichtere ÖPNV-Taktung auf der schon normalerweise überlasteten Tunnelstrecke zwischen Meiderich und der Innenstadt ist bisher nicht vorgesehen. Eine Verschiebung der Bauarbeiten in die Sommerferien sei nicht möglich, da die beteiligten Firmen nicht so lange warten wollen. „Die Stadt ignoriert die Bedürfnisse von Schüler:innen und Pendler:innen“, kritisiert Herbert Fürmann, verkehrspolitischer Sprecher der Linken. „Statt Planbarkeit und Entlastung gibt es nur Schweigen“.

ADFC-Testfahrt am Mittwoch
Am Mittwoch lädt der ADFC Duisburg zu einer Testfahrt auf der geplante Fahrrad-Umleitung. Herbert Fürmann, der die Strecke bereits befahren hat, warnt: „Hier würde ich mein Kind nicht allein zur Schule radeln lassen. Besonders im Hafenbereich auf der Sympherstraße ist der LKW-Verkehr massiv – und die Radwege sind nicht vorhanden oder unzureichend und damit gefährlich. Das zeigt, wie wenig der umweltfreundliche Radverkehr in dieser Stadt zählt.“

Forderungen der Linken:
Die Linke fordert sofortige Lösungen: einen kostenlosen Schienenersatzverkehr und eine provisorische Führung über die Karl-Lehr-Brücke für Radfahrende und Fußgänger:innen so lange wie eben möglich. Außerdem eine sichere Radweg Umleitung und transparente Kommunikation seitens der Stadt.