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Statement einer Krankenschwester aus Duisburg: Was mir auf den Wecker geht?

Was mir auf den Wecker geht?

Statement einer Krankenschwester aus Duisburg

 

Wie man hier und anderswo in Zeiten von Corona, Pflegende und Ärzte zu Helden hochstilisiert, geht mir als Krankenschwester gelinde gesagt auf den Wecker.

 

Da soll geklatscht werden und die Stationen werden mit Geschenken überhäuft. Ich frage mich ernsthaft, ob den Menschen erst jetzt auffällt, dass es wirklich Leute gibt, die diesen Job machen? Leute die sich jeden Tag in Gefahr begeben, damit andere Menschen leben können.

 

Die Doppelschichten fahren, aus ihrer Freizeit geholt werden und am Ende des Tages oft völlig fertig und vollkommen unzureichend bezahlt werden?

Sind wir mal ganz ehrlich: Zustände wie bei Corona haben wir in der Pflege jeden Tag. Jeden Tag haben wir Patienten die Keime und Viren haben, von denen Lieschen Müller evtl. noch nie gehört hat und die Lieschen auch unter keinen Umständen haben möchte. Corona ist da nun eine Krankheit oben drauf. Eine Erkrankung mit noch mehr Arbeitsaufwand.

Aber es war schon interessant mit anzusehen, dass allen die Düse ging als es mit Corona anfing. Da wurde anscheinend allen klar, dass es gar nicht genug Personal gibt um so viele Kranke zu versorgen.

Da wurde klar, dass es schon gar nicht genug Intensivbetten gibt und da dreht man mal ganz schnell an der Mindestbesetzung, die man kurz vorher noch großspurig eingeführt hat, weil es angeblich ja auch mit weniger Leute geht.

Genug Schutzkleidung gibt es auch nicht, weil die schon lange nicht mehr hier hergestellt wird. Dumm wenn die ganze Welt Schutzkleidung braucht und China anscheinend das einzige Land ist was so was noch kann. Hauptsache billig. Genauso wie Pflege und Gesundheit. Hauptsache billig. Alles auf Kosten der Patientinnen und Patienten und des Personals.

Aber wie wir nun sehen funktioniert das nicht. Der Normalbetrieb im Pflegesystem läuft ja schon seit Jahren auf Sparflamme. Wie soll das funktionieren, wenn gar alle krank werden?

Anscheinend hat Gesundheit einen niedrigen Stellenwert, denn anders kann ich mir viele Dinge nicht erklären. Warum lässt man zu, das Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen privatisiert werden? Die machen tatsächlich satte Gewinne, wo andere gerade so hinkommen. Diese Gewinne sind möglich, weil am Personal und bei Gehaltskosten gespart wird. Weil es noch weniger Personal gibt, sind die Arbeitsbedingungen noch schlechter. Es ist mir ein Rätsel, das solche privaten Anbieter überhaupt noch Personal finden.

Warum werden die Mindestlöhne im Pflegebereich nicht deutlich angehoben? Ich kenne Pflegehelfer die noch Jobs nebenbei haben müssen, weil sie keine volle Stelle kriegen und von ihrem Teilzeitjob nicht leben können.

Warum wird nicht mal versucht, die frisch Ausgebildeten in der Pflege zu halten? Das sind top ausgebildete Kollegen die jede Menge Engagement mit bringen. Leider haben viele von ihnen nach kurzer Zeit die Nase voll und verlassen die Pflege wieder. Ich kann es ihnen nicht verübeln.

Ich mache den Job jetzt seit 26 Jahren und frag mich ernsthaft, wie ich das noch 19 Jahre schaffen soll. Es gibt viele Kollegen die langzeitkrank sind, oder abgewandert in andere Berufe. Ich habe es in 26 Jahren Pflege genau drei Mal mitgekriegt das jemand normal in Rente gegangen ist. An dieser Stelle mal meinen Respekt dafür, dass sie es bis zur Rente geschafft haben!

Ernsthaft, es wäre schön, wenn sich nach Corona mal was tun würde. Vielleicht sollte sich jeder mal vor Augen führen, das Ärzte und Pflegepersonal keine Leibeigene sind, denen man beliebig irgendwelche widrigen Umstände unter die Nase reiben kann und dann haben sie zu springen. Das sind Menschen, die mal im Krankenhaus oder Altenheim gelernt haben und die einfach nur von und mit ihrem erlernten Beruf leben möchten. Wir sind weder Florence Nightingale noch Mutter Theresa und schon gar keine Helden. Das bringt uns nicht weiter. Diese Änderungen würde ich mir wünschen.

Ach und noch ein Tip: Die Bundesregierung und die Landesregierung NRW sollten Ihren Pandemieplan überarbeiten. Der Schuss ging nicht nur aus meiner Sicht nach hinten los!

(Die Autorin dieses Statements ist DIE LINKE. Duisburg bekannt. Sie möchte aber gerne anonym bleiben)

Statement als PDF...


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Duisburg - Wie eine Stadt kaputtgespart wird

Die Broschüre ist in großer Stückzahl im Kreisverband Duisburg erhältlich.

In Duisburg stehen und fallen alle Entscheidungsspielräume mit einer nachhaltigen Lösung der Altschuldenfrage zusammen.

DIE LINKE hat hier konkrete Vorschläge, wie diese Lösung aussehen muss. Die Antworten findet man in unserer Wahlkampfbroschüre "Duisburg - Wie eine Stadt kaputtgespart wird"

Solidarisch aus der Krise

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