Zur "Rettung" der privaten Sternenschule Duisburg
Hurra, die Sternenschule ist gerettet!
Ein Kommentar von Barbara Laakmann, Fraktionsvorsitzende und schulpolitische Sprecherin der Ratsfraktion Die Linke Duisburg.
Es hat eine Einigung gegeben zwischen der Bezirksregierung und dem Förderverein. Bestandteil dieser Einigung ist der ausdrückliche Hinweis, dass die Aufnahme in die Schule nicht an die Zahlung des Elternbeitrages gebunden ist, dass dieser freiwillig ist. Das war strittig, der Förderverein hatte dies zwar betont, aber keine Belege dazu liefern können. Nun wird es also ausdrücklich betont, dass es sich um freiwillige Zahlungen handeln solle.
Neu ist die Staffelung der Beiträge. „Familien mit einem Haushaltseinkommen von bis zu 10.000 € Haushaltsnettoeinkommen/Jahr werden „freiwillige“ Monatsbeiträge in Höhe von 54 Euro empfohlen“.
Wie bitte? Ein Haushaltseinkommen von 10.000 € entspricht 833 € pro Monat. Da kann die Familie sicherlich ernsthaft darüber nachdenken, ihr Kind an der Sternenschule anzumelden, wo die oberste Einkommensgruppe ab 150.000 €/Jahr Beiträge von 831 Euro „freiwillig“ zahlt. Also so viel, die die andere Familie im Monat zum Leben zur Verfügung hat.
Es gibt Schulkleidung (?) zu Preisen zwischen 20 und 40 € und Ferienprogramme z.B. mit dem Tennisclub Raffelberg für 175 € für eine Woche.
Bei aller Kritik, die es an den vorhandenen staatlichen Schulen gibt: denkt wirklich jemand, dass eine Familie von den 833 € im Monat regelmäßig 54 € abzwackt, um dem Kind die Ausbildung in dieser Ersatzschule zu ermöglichen? Die ganze Familie spart und dreht jeden Euro dreimal um, dasKind erfreut sich einer wunderbaren Schule und der Freundschaft mit einem anderen Kind, dessen Eltern 831 € „freiwillig“ zahlen, um eine möglichst anspruchsvolle Schulbildung zu garantieren.
Und wenn es nun sechs Familien gibt, die gar nichts zahlen, sechs die je 54 € zahlen, wie soll der Förderverein das ausgleichen, wo doch Programm und Profil der Schule das Besondere hervorheben wie kleine Klassen bis max. 20 und betriebliche Altersvorsorge, betriebliche Krankenzusatzversicherung mit Chefarztbehandlung für die Lehrkräfte?
Dann doch lieber die gute alte Grundschule in der Nachbarschaft, wo die Lehrkräfte um gute Bedingungen kämpfen müssen und die Kinder nicht unter dem Druck leiden, dass das Schulgeld das Familienbudget schmälert, sie also zum Erfolg verurteilt sind.
Barbara Laakmann, Duisburg, 25.06.2026
