Von den Tücken der Beteiligung Oder: Rats- und Ausschussmitglieder müssen nicht alles wissen.
Die Anne-Frank-Schule in Röttgersbach soll ab 2027 auf sieben Züge erweitert werden, sechs Züge reichen nicht mehr aus. Dazu wird die Schulkonferenz gefragt. Sie äußert ihre Bedenken, betont das wunderbare pädagogische Konzept der „Cluster“ (Klassen) von denen immer sechs einen Jahrgang darstellen, angeordnet jeweils um ein Zentrum. Offenes Lernen, Zusammenarbeit mit parallelen Klassen, differenzierte Angebote, lauter Optionen, die nicht so häufig praktiziert werden; hier werden sie auch durch den Bau unterstützt.
Die Schulkonferenz im März ist nicht sehr offensiv in ihrer Stellungnahme, weiß sie doch, dass für alle Kinder ein Schulplatz geschaffen werden muss.
Im Herbst 2025 tagt die Schulkonferenz erneut, auch wegen der Information, dass in das Gebäude ab 2027 eine Förderschule für Kinder mit geistigem Förderbedarf vorübergehend einziehen wird, außerdem wird die Einrichtung von internationalen Vorbereitungsklassen angekündigt. Sie schreiben am Ende einer ausführlichen Analyse:
Die Schulkonferenz der Anne-Frank-Gesamtschule fordert die Stadt daher eindringlich auf, die aktuelle Planung zu überdenken und an den tatsächlichen räumlichen, pädagogischen und organisatorischen Gegebenheiten auszurichten. Die Belastungsgrenze unserer Schule ist absehbar bald erreicht, spätestens im Schuljahr 2028/29. Alles darüber hinaus gehende gefährdet nicht nur den Regelbetrieb, sondern das gesamte pädagogische Konzept der Schule als inklusiver Lernort bzw. ist infrastrukturell schlicht nicht umsetzbar.
Wir lehnen eine dauerhafte Belegung über das Schuljahr 2028/29 hinaus sowie die Einrichtung mehr als einer IVK pro Jahrgang aus den genannten Gründen ab.
Diese Stellungnahme taucht nicht in der Vorlage für die Ratssitzung am 1.12.2025 auf, auch nicht in der Mitteilungsvorlage zur Sitzung des Schulausschusses am 29.1.2026.
Im Schulausschuss wird dies Stellungnahme der Schulkonferenz angesprochen und die Frage gestellt, wieso dieses Papier verschwiegen wurde.
Die Frage bleibt unbeantwortet.
Fazit:
Wir werden demnächst im Rat und im Ausschuss fragen, ob die Unterlagen tatsächlich vollständig sind oder irgendwelche irgendwo verschwunden sind.
Barbara Laakmann, 30.01.2026

