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Statement der Fraktionen in der Bezirksvertretung Süd zur geplanten CO2 Pipeline

Statement der Fraktionen SPD in der Bezirksvertretung Süd, CDU in der Bezirksvertretung Süd, Bündnis90/Die Grünen in der Bezirksvertretung Süd und der fraktionslosen Bezirksvertreter Simon Leese (JuDu) und Dominik Achternbosch (Die Linke)

Liebe Bürgerinnen und Bürger des Duisburger Südens, angesichts der bevorstehenden Informationsveranstaltung des Unternehmens „Open Grid Europe“ (kurz OGE) bezüglich der geplanten CO2 Pipeline im Bauprojekt „Delta Rhine Corridor“ möchten wir Ihnen noch einmal darlegen, warum wir dieses Bauprojekt in der derzeit vorliegenden Planung ablehnen. In der Sitzung der Bezirksvertretung am 03.06.2026 wurden uns das Projekt und dessen Auswirkungen von unserem Stadtförster, Herrn Stefan Jeschke, sehr ausführlich vorgestellt. Diese Vorstellung wurde auch von der Presse, z.B. von WAZ, RP-Online, WDR oder Nordbote, aufgegriffen.  Explizit möchten wir Herrn Jeschke für seine Ausführungen danken und klar betonen, dass wir seine Bedenken teilen und unterstützen. Diese Bedenken sehen wie folgt aus: 

• Sechs Kilometer der Leitung sollen insgesamt durch Duisburger Waldgebiet führen. Bei einem Arbeitsstreifen von 28,5 m würden somit insgesamt 17 Hektar Duisburger Wald und knapp 169.000 m2 Laubholzbestände wegfallen. Dadurch, dass die Ersatzpflanzungen nicht in Duisburg angedacht sind, wäre dieser Waldverlust dauerhaft und irreversibel. Für jede Kommune wäre dieser Waldverlust drastisch, aber gerade für die waldarme Stadt Duisburg wäre der Wegfall von so vielen Hektar Wald und Natur höchst dramatisch. Dazu kommt, dass viele der wegfallenden Bäume und Laubholzbestände sehr alt sind und daher als CO2-Speicher für das Stadtklima und für die Artenvielfalt besonders wertvoll sind. Gerade angesichts der zunehmenden Belastung durch Hitzeperioden und die Folgen des Klimawandels sind intakte, alte Waldbestände für Duisburg unverzichtbar – ein Verlust dieser Größenordnung stünde damit im Widerspruch zu den Klimaschutzzielen, denen das Projekt eigentlich dienen soll. Im Süden wären hiervon große Teile der vorhandenen Waldflächen in Großenbaum und Mündelheim betroffen. Darüber hinaus würde die geplante Trasse im Süden durch das Naturschutzgebiet „Ehinger Rheinaue“ und das geplante Wasserschutzgebiet „Mündelheim“ verlaufen. 

• Bisher hat das Unternehmen OGE keinen alternativen Trassenverlauf vorgelegt, obwohl die Stadt Duisburg dies angefragt hat und es bei anderen Städten gemacht worden ist. So wurde von der OGE bisher auch kein Trassenverlauf entlang der vorhandenen – und noch nicht in Betrieb genommenen – CO-Leitung geprüft. Außerdem ist der bisher vorgelegte Trassenverlauf auch nur sehr allgemein gehalten. Trotz Nachfrage der Stadt Duisburg wurde noch kein detaillierter Plan vorgelegt.

• Das Unternehmen OGE fällt bisher auch durch eine komplette Verweigerungshaltung bezüglich der Zusammenarbeit auf. Gemäß Herrn Jeschke und der Stadt Duisburg geht die OGE bisher nicht auf Nachfragen ein und droht eher mit rechtlichen Schritten als sich kooperativ zu verhalten. So wurden wir als Bezirksvertretung auch nicht über die geplante Informationsveranstaltung informiert und mussten darüber aus der Bevölkerung bzw. dem Internet erfahren.  

• Nach derzeitigem Stand würde Duisburg von dieser Leitung nicht profitieren, weil bisher nicht geplant ist, dass ein einziges Duisburger Unternehmen an die Leitung angeschlossen werden soll. 

Wir appellieren an die OGE, ihre Pläne zu überdenken und endlich mit der Stadt Duisburg zusammenzuarbeiten. 

Sollten die Pläne so bestehen bleiben, appellieren wir an unsere Mandatsträger in den Regionalparlamenten, entsprechende Bauanträge abzulehnen. Sollte es doch, entgegen unserer Einschätzung, zu einer Bewilligung des Projektes kommen, unterstützen wir die Stadt Duisburg dabei, gegen diese Bewilligung juristisch vorzugehen. 

Des Weiteren möchten wir Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, dazu aufrufen, an der Informationsveranstaltung der OGE, die am 25.08.2026 von 16 bis 19 Uhr im Steinhof stattfindet, teilzunehmen und mit der OGE über die Bedenken von Herrn Jeschke, der Stadt Duisburg und von uns als Bezirksvertretung zu reden. 

Daniel Kegler (Fraktionsvorsitzender CDU),  Christian Hilberger (Fraktionsvorsitzender SPD), Heide Apel (Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen), Simon Leese (Fraktionsloser Bezirksvertreter JuDu), Dominik Achternbosch (Fraktionsloser Bezirksvertreter Die Linke) 

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