Anfragen/Anträge in den Ratsgremien
Entwicklung der Wohnungslosigkeit in Duisburg
Anfrage der Fraktion Die Linke an den Ausschuss für Arbeit, Soziales und Gesundheit am 16. Juni 2026
Vorbemerkung: Steigende Mieten, der Wegfall preisgünstigen Wohnraums, das Anwachsen der Bevölkerung, die Steigerung der allgemeinen Lebenshaltungskosten und vermehrte soziale Notlagen führen auch in Duisburg dazu, dass erschwinglicher Wohnraum knapp wird, Menschen ihre Wohnung verlieren, für immer längere Zeit in städtischen Notunterkünften unterkommen müssen und lange brauchen, eine neue Wohnung zu finden. Vor diesem Hintergrund fragen wir an:
1. Wir bitten um eine Aktualisierung und Konkretisierung der Angaben im Sozialbericht Wohnen, der nur Zahlen bis 2023 liefert. Bereits im Jahre 2023 hat sich die Zahl der Obdachlosen wieder deutlich nach oben entwickelt:
a) Wie haben sich die Belegungszahlen in den städtischen Notunterkünften in den letzten 3 Jahren entwickelt?
b) Wie hat sich die Verweildauer der Personen in diesem Zeitraum entwickelt?
c) Gibt es Erhebungen darüber, aus welchen Gründen die Betroffenen ihren Wohnraum verloren haben (Mietrückstände, Verhaltensbedingte Wohnraumkündigung, bauordnungsrechtliche Maßnahmen) und welche Gründe dazu geführt haben, dass der Aufenthalt im Obdach beendet werden konnte (Neue Wohnung, Heimunterbringung, Wegzug innerhalb Deutschlands oder ins Ausland)?
d) Liegen Erkenntnisse darüber vor, welche Personengruppen nach Alter, Geschlecht, sozialen Status und Herkunft besonders betroffen sind? Wenn ja, bitten wir um eine übersichtliche Auswertung des vorhandenen Datenmaterials! Insbesondere interessiert, ob Kinder, alte Menschen und besonders hilfsbedürftige Personen betroffen sind!
2. In welchen Fällen gelingt es nach dem Wohnungsnotfallplan der Stadt den Betroffenen den angestammten Wohnraum zu erhalten? In welchen Fällen gelingt dies nicht oder wird es gar erst angestrebt?
3. Wie hoch sind die täglich/monatlichen anfallenden Gebühren für die Unterkunft? Differieren diese nach den Unterkünften? Von wem werden sie getragen? Decken die Gebühren die tatsächlichen Kosten ab? Welche Kostenarten können nicht auf die Nutzer umgelegt werden? Entsteht der Stadt dadurch ein Defizit? Wie hoch ist dieses?
4. Welche Maßnahmen werden ergriffen, welche Hilfsangebote werden gemacht, um die Betroffene schnellstmöglich mit Wohnraum zu versorgen? Was sind die Gründe, an denen die Vermittlung in Wohnraum scheitert?
5. Welche Verbesserungsmöglichkeiten gibt es aus Sicht der Verwaltung? Und wie könnten diese schnell umgesetzt werden?
