Anfragen/Anträge in den Ratsgremien
Taktverdichtung der Straßenbahnlinien 901 und 903 (Anfrage zu DS 24-0519/1)
Anfrage zur Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr am 02.11.2026
Wir begrüßen die geplante Taktverdichtung bei den überlasteten Straßenbahnlinien 901 und 903 ausdrücklich. Die nun vom Rat beschlossene zeitliche Streckung der Umsetzung aus Haushaltsgründen bedauern wir sehr.
In der Sitzung des Rates am 28.09.2026 hat die Ratsfraktion Die Linke Duisburg Fragen gestellt, die weder während der Ratssitzung noch im Nachgang ausreichend beantwortet worden sind. Auch in den Bezirksvertretungen gab es keine Antworten auf gleichlautende Rückfragen.
Daher stellen wir die Fragen hier im Fachausschuss erneut:
- Auf Seite 3 der DS 24-0519/1 ist davon die Rede, dass das „aktuelle Regelangebot“ auf der Linie 901 „bleibt“. Unter dem Regelangebot verstehen wir den aktuellen Fahrplan. Dieser sieht schon seit Jahrzehnten in den morgendlichen und nachmittäglichen Spitzenstunden (von 6 bis 9 Uhr und von 13 bis 17 Uhr) zwischen Scholtenhofstraße und Zoo acht Fahrten pro Stunde vor, also einen 7,5-Minuten-Takt. Dieser Takt wird jedoch seit mehr als zehn Jahren nicht oder nur sporadisch umgesetzt. Ausnahmen gibt es nur selten, etwa wenn andere Streckenabschnitte wegen Sperrungen oder Baustellen im Schienenersatzverkehr bedient werden. Nach der aktuellen Vorlage soll der 7,5-Minuten-Takt aber erst 2030 eingeführt werden. Ist demnach für die kommenden vier Jahre eine weitere Verlängerung des verschlechterten Angebots geplant?
- Wann ist mit der Umsetzung des bisherigen „Regelangebots“ nach dem bestehenden Fahrplan der Linie 901 zu rechnen? Seit mehr als zehn Jahren fallen die Verstärkerbahnen zwischen den Haltestellen Scholtenhofstraße und Zoo fast durchgehend aus.
- Zu den personellen und technischen Kapazitäten:
a) Wie viele einsatzbereite Straßenbahnen stehen für die Linien 901 und 903 zur Verfügung?
b) Wie viele Mitarbeitende werden für den 7,5-Minuten-Takt auf diesen Strecken benötigt, und sind diese vorhanden?
c) Reichen die personellen Ressourcen und die Fahrzeuge für die zur IGA 2027 geplanten zwölf Fahrten pro Stunde, also den 5-Minuten-Takt, auf der Linie 903 aus?
d) Falls die erforderlichen Kapazitäten nicht vorhanden sind: Werden diese durch Einsparungen andernorts ausgeglichen, z. B. auf den Nordästen nach Marxloh? - Sobald künftig mehr Bahnen gleichzeitig auf der Strecke sind, benötigen diese auch mehr Strom. Nach unserer Kenntnis ist dafür ein zusätzliches Unterwerk erforderlich, das in Walsum geplant ist. Wie ist der aktuelle Stand der Planung und Umsetzung des Unterwerks Walsum?
- Auch die geplante Taktverdichtung in den Abendstunden begrüßen wir. Hier scheint es jedoch Überschneidungen mit dem Nachtverkehr zu geben. Wird der Nachtverkehr dann verkürzt bzw. beginnt er erst eine Stunde später?
Wenn Stau, Ampelschaltungen und vielerorts fehlende eigene Gleiskörper zu Verspätungen führen, folgen schon heute bis zu drei Bahnen direkt aufeinander, danach entstehen Lücken von bis zu einer halben Stunde. Daran wird eine reine Taktverdichtung nichts ändern, wenn keine weiteren Maßnahmen getroffen werden. Wie will die Verwaltung sicherstellen, dass die Fahrten bei dichterem Takt künftig verbindlich und zuverlässig umgesetzt werden?
