Justice for Ibrahima – Freispruch nach tödlichem Polizeieinsatz
Neun Polizist*innen sind im Prozess um den Tod von Ibrahima Barry freigesprochen worden. Das Landgericht Duisburg stellte zugleich fest, dass die Fixierung des 23-Jährigen in Bauchlage mit ursächlich für seinen Tod war. Trotzdem erklärte das Gericht den Polizeieinsatz für gerechtfertigt und verhältnismäßig. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, die Familie kündigte an Revision beim Bundesgerichtshof einzulegen.
Ibrahima Barry wurde am 6. Januar 2024 in einer Geflüchtetenunterkunft in Mülheim an der Ruhr zweimal mit einem Taser beschossen, gefesselt und rund 13 Minuten in Bauchlage fixiert. Kurz nachdem er auf einer Trage in den Rettungswagen gebracht worden war, starb er. Die Staatsanwaltschaft ging von einem Zusammenspiel aus lagebedingtem Erstickungstod und Herzinfarkt aus.
Die Gefahren einer längeren Fixierung in Bauchlage sind in der Polizeiaus- und -fortbildung seit Jahrzehnten bekannt. Trotzdem wurde Ibrahima in dieser Position fixiert und minutenlang Druck auf seinen Oberkörper ausgeübt, obwohl die Beamt*Innen in großer Überzahl waren. Das Gericht erkennt nun selbst an, dass diese Fixierung zu seinem Tod beigetragen hat – und spricht dennoch alle neun angeklagten Beamt*innen frei.
Ein 23-jähriger Mensch ist tot. Ein junger geflüchteter Mann, der sich in einer psychischen Ausnahmesituation befand, ist nicht mehr unter uns. Für seine Familie bleiben Schmerz, offene Fragen und der Kampf um Gerechtigkeit.
Wir akzeptieren nicht, dass Ibrahimas Tod einfach zu den Akten gelegt wird.
Wir stehen solidarisch an der Seite seiner Familie und aller Betroffenen rassistischer Polizeigewalt. Wir fordern Aufklärung, Verantwortung und Konsequenzen.
Am 10. Oktober 2026 findet ab 14 Uhr die Demonstration an der Pauluskirche in Duisburg statt. Wir rufen zur solidarischen Teilnahme auf.
Justice for Ibrahima! Kein Vergeben. Kein Vergessen.
