Saubere Stadt statt Politik der Ausreden

Sebastian Holt

Wer durch Duisburg geht, sieht eine Stadt voller Gegensätze: beeindruckende Industriekultur, lebendige Stadtteile, Rheinpromenaden und kulturelle Vielfalt auf der einen Seite – wilde Müllkippen, überquellende Papierkörbe und achtlos entsorgter Sperrmüll auf der anderen. Genau gegen diese Zustände haben das Offene Linke Treffen Duisburg und Clean Up Duisburg in den vergangenen Wochen gemeinsam ein Zeichen gesetzt.

Mit mehreren stadtweiten Aufräumaktionen zwischen April und Mai haben zahlreiche engagierte Duisburger*innen gemeinsam Müll gesammelt, Grünflächen gesäubert und öffentliche Orte wieder lebenswerter gemacht. Ob an der 6-Seen-Platte, entlang der Masurenallee oder in Marxloh – überall beteiligten sich Menschen aus den Stadtteilen, um ihre Umgebung aktiv zu verbessern.

„Die Aktionen waren ein voller Erfolg. Wir sind stolz darauf, gemeinsam mit vielen engagierten Menschen in verschiedenen Stadtteilen als Vorbild vorangegangen zu sein und konkret etwas für unsere Stadt getan zu haben“,

erklärt Sebastian Holt, Kreissprecher Die Linke Duisburg. 

„Die enorme Beteiligung zeigt: Die Menschen haben die Vermüllung satt und wollen nicht länger hinnehmen, dass Duisburg an vielen Stellen sich selbst überlassen wird.“

Gleichzeitig macht Die Linke deutlich, dass freiwilliges Engagement keine dauerhafte Lösung für strukturelles politisches Versagen sein darf. Die zunehmende Vermüllung ist kein individuelles Problem einzelner Bürger*innen, sondern Ausdruck einer Stadtpolitik, die öffentliche Daseinsvorsorge seit Jahren vernachlässigt.

„Es reicht nicht, die Verantwortung auf die Menschen abzuwälzen oder einen digitalen Mängelmelder in die „MeinDuisburg-App“ einzubauen, wenn gleichzeitig Personal fehlt, öffentliche Mülleimer abgebaut werden und regelmäßige Sperrmüllangebote nicht ausreichend vorhanden sind“, 

kritisiert Die Linke Duisburg. 

„Die Stadt Duisburg und Oberbürgermeister Sören Link haben es über Jahre versäumt, langfristige Konzepte für Sauberkeit, soziale Infrastruktur und eine lebenswerte Stadt zu entwickeln.“

Besonders in ärmeren Stadtteilen zeige sich deutlich, wie eng soziale Fragen und Umweltfragen miteinander verbunden seien. Fehlende mehrsprachige Informationen zur kostenlosen Entsorgung, mangelnde öffentliche Infrastruktur und ein chronisch kaputtgesparter öffentlicher Dienst verschärften die Situation zusätzlich.

„Wer Menschen in prekären Lebenslagen alleine lässt, darf sich nicht wundern, wenn öffentliche Räume verfallen. Eine saubere Stadt entsteht nicht durch Strafandrohungen oder Appelle, sondern durch gute soziale Bedingungen, funktionierende kommunale Infrastruktur und echte Investitionen in die Stadtteile.“

 

Die Linke Duisburg fordert deshalb unter anderem:

  • mehr öffentliche Mülleimer und deren regelmäßige Leerung,
  • feste und wohnortnahe Sperrmülltermine,
  • bessere personelle Ausstattung der Wirtschaftsbetriebe Duisburg,
  • mehrsprachige Informationsangebote zur Müllentsorgung,
  • konsequente Investitionen in öffentliche Räume und soziale Infrastruktur statt weiterer Kürzungspolitik.

„Es darf nicht dauerhaft an Aktivist*innen hängen bleiben, die Stadt sauber zu halten. Wir wünschen uns eine Politik von SPD und CDU, die die Lebensverhältnisse der Menschen langfristig verbessert – sozial, ökologisch und solidarisch. Duisburg verdient mehr als Verwaltung des Mangels.“

Die Linke Duisburg bedankt sich ausdrücklich bei allen Helfer*innen sowie bei Clean Up Duisburg und dem Demokratiekreis Duisburg für die Zusammenarbeit und die starke Solidarität in den Stadtteilen.