Teurer, später, voller – Nahverkehr in Duisburg am Limit

OV Nord

Während die Qualität des öffentlichen Nahverkehrs im Duisburger Norden täglich neue Tiefpunkte erreicht, sollen die Fahrgäste erneut tiefer in die Tasche greifen. Ab Januar wurden Preise wieder einmal deutlich erhöht bei gleichzeitig drastisch sinkender Zuverlässigkeit und unhaltbaren Zuständen im Betriebsalltag.

Besonders betroffen: die Linie 903. Sie ist zu jeder Tageszeit überfüllt, verspätet oder fällt komplett aus. Rollstuhlfahrer:innen, Eltern mit Kinderwägen oder Menschen mit Rollatoren finden oft keinen Platz.Die Luft in dem überfüllten Wagen ist stickig, teilweise gesundheitsgefährdend. Ein menschenwürdiger öffentlicher Nahverkehr sieht anders aus!

Dabei sind die Preise schon jetzt kaum nachvollziehbar: Ein Einzelticket für Erwachsene kostet inzwischen 3,60 €, eine Fahrt in Preisstufe 3 sogar 18,90 €. Wer etwa von Meiderich nach Oberhausen fahren möchte, zahlt seit Abschaffung des Wabentarifs absurde 7,40 € – für eine Strecke, die bisher deutlich günstiger war.

Das Easyticket, was die reine Entfernung abrechnet, kann nur mit mobilem Internet und von Menschen, die geübt sind, mit solchen Apps umzugehen, genutzt werden. Das schließt viele alte und arme Menschen aus und verstößt gegen Gleichbehandlung und soziale Gerechtigkeit.

Die versprochene Entlastung durch die U79 endet in Meiderich – von dort aus ist der Duisburger Norden auf Gedeih und Verderb auf die überlastete 903 angewiesen. Ein 15-Minuten-Takt für eine Hauptverkehrsachse in einer Großstadt? Das ist peinlich und unzeitgemäß. Anschlusszüge und Busverbindungen werden durch Verspätungen regelmäßig verpasst. Für Schüler, Studenten, Azubis, ältere Menschen, Familien ohne Auto oder Berufspendler ist das unzumutbar.

Eine zuverlässige digitale Information über Verspätungen, Ausfälle und Anschlussverbindungen findet nicht statt. Zwar wird eine Taktverdichtung auf fünf Minuten angekündigt – doch erst 2027!

Der ÖPNV im Duisburger Norden steckt in einer tiefen Krise. Statt Preiserhöhungen braucht es echte Investitionen in Fahrzeuge, Infrastruktur und Personal. Wer Mobilitätswende will, muss auch liefern.

Wir als Die Linke Duisburg wollen mit unserer Fahrgastbefragung auf diese unhaltbaren Verhältnisse aufmerksam machen und die Politik zum Handeln bewegen. Deshalb stehen wir am 30.01.2026 ab 16 Uhr am Bahnhof in Meiderich, um mit Menschen ins Gespräch über die Situation des ÖPNV zu kommen.

Unsere Forderungen:

  • Keine weiteren Preiserhöhungen!

  • Ein stark ermäßigtes Sozialticket für alle

  • Vereinfachte Entschädigung bei Verspätung und Ausfall

  • Mitnahme von Kindern bis 16 Jahren zu jeder Zeit

  • Keine Strafverfolgung von jungen Menschen und deren Eltern („schwarzfahren“)

  • Keine Kriminalisierung von Menschen, die ohne Ticket angetroffen werden

  • Radikale Vereinfachung der Tarifstruktur

  • Nachhaltige Qualitätsverbesserung, Erhöhung der Taktfrequenz der 903 ab 2026!

 

v.i.S.d.P. und Kontakt für Rückfragen:

Ulrike Fai, Bezirksvertreterin der Linken im Bezirk Meiderich

ulrike.fai@linksfraktion-duisburg.de